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Chris Winterberg: Tod am Teufelstisch

Anton Falk, Baubürgermeister von Konstanz, ist tot. Ertrunken am Teufelstisch, der gefährlichen Felsformation im Bodensee, an der schon viele Taucher ihr Leben ließen. Mord oder Unfall? Mit ihm tauchte Daniel Degenhardt, der berühmte Dirigent der Bregenzer Festspiele. Ist er in die Sache verwickelt? Bei Falk wird keine Gewalteinwirkung festgestellt. Wie kam er ums Leben? Und warum musste er sterben? Hat sein Tod mit der geplanten Musicalhalle in Konstanz zu tun? Kommissar Kramer muss nicht nur einen Mord aufklären, sondern wird selbst unter Druck gesetzt. Und mit der neuen Rechtsmedizinerin Svenja Michelsen kommt er zunächst überhaupt nicht klar. Doch auch sie glaubt nicht an einen Unfall – und begibt sich in tödliche Gefahr ...

Egmont Horizont · 2004 · 272 Seiten


[Note: 4] Der Verlag war mir bis dato nur als jener bekannt, der einem ein Kinderbuch gratis anbietet und dann regelmäßig weitere schickt, nur zur Ansicht... scheinbar ist das auch mit dieser Krimiserie dieses ominösen Autors so geplant, denn Band eins bekommt man ebenfalls gratis geschickt, weitere folgen automatisch. Wer sich also diese Serie kaufen möchte, kann dies momentan nur tun, wenn er sich gegen 3.95 € den ersten Band zuschicken lässt. Ein Konzept, das für Bilderbücher gehen mag, mich aber beim Kauf von Krimis nicht überzeugen mag. Der Hardcover-Band beinhaltet zudem eine Menge Fotos, die wohl künstlerisch wirken sollen und sich jeweils auf den Seiteninhalt beziehen, die ich aber in einem Krimi sehr unpassend finde, da ich doch lieber meine eigene Fantasie spielen lassen möchte. Ebenso überflüssig finde ich den ans Ende gequetschten Einschub eines real existierenden Dreisternekochs, nur um im Anhang die zum Treffens-Essen gehörenden Rezepte präsentieren zu können. Es gibt sicher Krimis, bei denen so ein Anhang Sinn macht, sei es, weil er im Küchenmilieu spielt, sei es, dass Nationalgerichte vorgestellt werden. Aber hier? Nun aber zum Inhalt:
Kommissar Clemens Kramer hat einen Fall am Hals, in dem nicht nur seine Exfrau die Staatsanwältin ist, sondern auch eine attraktive Gerichtsmedizinerin mitarbeit, und - als sei dies nicht genug - eine ebenso attraktive wie mannstolle Vorzimmerdame namens Susi Prächtig eine Rolle spielt. Klar, dass Kramer mit jeder dieser Damen was haben wird oder möchte. Sein Zuhause erinnert mich stark an das des Ermittlers Stubbe. Komisch nur, dass Oma den Haushalt schmeißt, sich aber trotzdem nur abgelaufene Joghurts im Kühlschrank befinden. Der Fall spinnt sich rund um eine geplante Musical-Halle und dementsprechend auch um den Filz in der Lokalpolitik, das Ansehen der Mächtigen, und selbstverständlich auch um die Konflikte der Naturschützer und der Tourismusbranche. Der engagierte Baubürgermeister stirbt bei einem Tauchgang, Todesursache ist eindeutig Ertrinken. Die politische Konkurrenz drängt auf Einstellung des Verfahrens, doch Kramer ermittelt trotzdem weiter. Da aber von vornherein klar ist, dass nur zwei Männer zusammen tauchen waren, gibt es von Anfang an nur einen Hauptverdächtigen. Immer habe ich während des Lesens auf eine überraschende Wendung gehofft, leider vergebens.
Alles in allem hat mich deshalb dieses neue Krimikonzept nicht besonders überzeugt. [Nicole]


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